Geschichte

Gründung

Das Fabrikgebäude um 1912
Das Fabrikgebäude um 1912

Die Kaufleute Arno Walter Weigel und Johann Karl Georg August Speiermann gründeten am 01.07.1910 einen Großhandel, von Fahrrädern, Nähmaschinen und Ersatzteilen, auf der Uferstraße (14-16) in Chemnitz. "Speiermann & Weigel" hieß die neu eingetragene Firma. Alle Artikel wurden ausschließlich an regionale Einzelhändler vertrieben.

Bereits Zwei Jahre nach der Gründung lief das Geschäft so gut, das die Produktpalette auf verschiedene Motoren, Elektromaterial, Fahrradzubehör, Autoverkauf und sogar eine Autoreparaturwerkstatt erweitert wurde. Dies spürte man auch am Namen sowie an den Gebäuden der Firma. Fortan hieß die Firma "Speiermann, Weigel & Co." Der Dritte Teil war William Johannes Walther Schmidt.

Durch die neue Bezeichnung entstand später der bekannte Markenname ESWECO.

Vor 1945

Da sich der Verkauf von Ersatzteilen immer mehr lohnte, wurde eine Zweigniederlassung in Zwickau auf der Inneren Leipziger Straße 13 (ab 1934 umbenannt in „Alter Steinweg“ 13) errichtet, um den abgedeckten Vertriebsbereich zu vergrößern und den Transport zu vereinfachen. Von diesem Standort wurden Ersatzteile verkauft und versand. Da auch der Vertrieb von No Name Fahrrädern zu dieser Zeit schon boomte, war die Idee geboren, günstige Alltagsräder zu verkaufen. Anfangs noch ohne Namen und besondere Qualitäten, wurden seit 1924 Fahrräder unter dem Namen "ESWECO" hergestellt und verkauft. Dieser wurde am 12.03.1924 als Warenzeichen angemeldet und ist seit dem 11.11.1924 im Warenzeichenblatt eingetragen. Da die Produktion von Teilen, wie Lenker und Rahmen, zu kostenintensiv wäre, wurden alle Teile angekauft. Diese kamen meist aus der Region um Bielefeld. Als Konfektionär baute Speiermann, Weigel & Co. Fahrräder in den unteren Preislagen. Da trotzdem immer mehr gespart werden musste, wurden andere, noch günstigere Fahrräder, unter anderen Markennamen verkauft. "Escona", mit serienmäßig meist günstigeren Anbauteilen, oder "Esco" wurden vertrieben. Aber günstig heißt nicht gleich schlecht. Die Lacke sowie Anbauteile halten bis heute und hielten eine stetig gute Qualität. Esweco war die teuerste Variante und ein durchschnittliches Herrenrad kostete 1935 um die 60RM. Hand- und  Außengelötete Rahmen mit schwarzem Lack, meist mit weißer Linierung, waren die Merkmale dieser Marke. Weitere Marken waren Fixor, Filiax und Durabel. Auch die bekannten "Chemnitzia" Fahrräder, mit einem chemnitzer Wahrzeichen (dem „Roten Turm“) als Markenzeichen, kamen aus den Werkshallen von Speiermann, Weigel & Co. 

Aber nicht nur unmotorisierte Fahrzeuge wurden hergestellt, sondern auch seit Anfang der 1930er Jahre Motorkraftfahrräder mit verschiedenen Motorvarianten. Die bekannten 98ccm Fichtel und Sachs Zweitaktmotoren wurden meist genutzt, aber auch in die kleinere Variante mit 74ccm war sehr beliebt.

Ab 1940 wurde die Fahrzeugproduktion von staatlicher Seite eingestellt, da die Rüstungsproduktion wichtiger war.

Briefkopf: Fabrikgebäude in Chemnitz, Autohandel und Zweigniederlassung in Zwickau um 1930
Briefkopf: Fabrikgebäude in Chemnitz, Autohandel und Zweigniederlassung in Zwickau um 1930

Nach 1945

Nach dem Krieg wurde der Verkauf in geringen Maßen wieder aufgenommen. Da der Standort auf der Uferstraße in Chemnitz durch die Bombenangriffe stark beschädigt war, weichte man in das Wohnhaus des zu diesem Zeitpunkt alleinigen Besitzers der Firma, nach Chemnitz Adelsberg, auf die Hermersdorfer Straße 16 aus, welche vor dem Krieg noch Hindenburgstraße hieß. Zu dieser Zeit wurden nur noch Ersatzteile in geringen Mengen verkauft. Viel konnte nach dem Krieg nicht angeschafft werden, weshalb es schwierig war das richtige Teil zu bekommen. Walter Weigel wurde 1949 verurteilt und sein Vermögen eingezogen. Am 06.11.1950 wurde die Firma nachträglich aus dem Handelsregister gelöscht.

Briefkopf: Ausweichbetrieb in Adelsberg
Briefkopf: Ausweichbetrieb in Adelsberg